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Wann starb er?

Wann starb er?

Bei der Untersuchung der Speisereste im Darminhalt am Institut für Botanik der Universität Innsbruck wurde auch der beigemengte Blütenstaub analysiert. 30 verschiedene Pollentypen konnten nachgewiesen werden. Sie sind durch die Nahrung, das Trinkwasser und die Atemluft in den Körper gelangt.
Es handelt sich zum größeren Teil um Baumpollen. Sie liefern wichtige Hinweise zum letzten Aufenthaltsort des Mannes, bevor er vom Tal ins Hochgebirge aufstieg. Die Baumarten verweisen nämlich auf einen typischen Mischwald, wie er im Vinschgau und speziell im Schnalstal vorherrscht.

Insbesondere die Hopfenbuche ist ausschließlich südlich der Alpen verbreitet. Aufgrund des Verdauungsgrads der Pollen schließen die Botaniker, dass sich der Mann aus dem Eis zwölf Stunden vor seinem Tod noch im Vinschgau aufgehalten hatte.

Ausgehend von den Blühphasen der Pollentypen kann der Zeitpunkt seines Todes bestimmt werden. Die Frühjahrsblüher überwiegen eindeutig. Die Blühphase der Hopfenbuche beispielsweise dauert von März bis Juni. Ein weiteres Indiz liefern die Blätter des Spitzahorns im Birkenrindengefäß. Wie der Chlorophyllgehalt noch zeigt, wurden sie frisch gepflückt, also zwischen Juni und September. In scheinbarem Widerspruch dazu steht die Schlehe, die der Mann bei sich hatte, da sie erst zwischen Juli und November gepflückt werden konnte. Diese Frucht konnte er aber auch in getrocknetem Zustand schon über längere Zeit mit sich getragen haben.

Aus diesem Bündel von Informationen schließen die Naturwissenschaftler, dass der Mann im Frühjahr oder im Frühsommer ums Leben kam.